Sayı | Ausgabe: 220 (13.02.2020)
Gelecek sayı | Nächste Ausgabe: 12.3.2020

--RENATE ANDERL

RENATE ANDERLn

13.02.2020

Die Regierung macht Stimmung gegen Menschen, die Arbeit suchen: Weil in Tirol dringend Personal für die Hotels gesucht wird, sollen arbeitslose Kellnerinnen oder Kellner oder Köche oder Köchinnen von Wien nach Tirol umziehen. So etwas ist leicht gesagt, aber für die betroffenen Menschen auf Arbeitssuche oft unmöglich: Kind in Wien, Arbeit in Tirol – wie soll das gehen? Wollen der Kanzler und die Wirtschafts- und Arbeitsministerin das wirklich? Schon jetzt müssen Arbeitsuchende ohne Kinder eine Arbeit in einem anderen Bundesland annehmen, wenn eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird. Schon jetzt macht das Arbeitsmarktservice (AMS) Druck bei den Menschen auf Arbeitssuche: 2019 wurde doppelt so vielen Menschen das Arbeitslosgeld gesperrt, wie noch vor zwei Jahren. Die Regierung will jetzt diesen Druck auf die arbeitsuchenden Menschen noch weiter erhöhen: Sie will den Arbeitsuchenden generell das Arbeitslosengeld streichen, wenn diese nicht wegen einer freien Stelle in ein anderes Bundesland übersiedeln wollen. Ob jemand für einen Job geeignet ist und ob ein Familienleben damit vereinbar ist, spielt offenbar keine Rolle mehr. Die Regierung macht Stimmung gegen Menschen, die Arbeit suchen: Weil in Tirol dringend Personal für die Hotels gesucht wird, sollen arbeitslose Kellnerinnen oder Kellner oder Köche oder Köchinnen von Wien nach Tirol umziehen. So etwas ist leicht gesagt, aber für die betroffenen Menschen auf Arbeitssuche oft unmöglich: Kind in Wien, Arbeit in Tirol – wie soll das gehen? Wollen der Kanzler und die Wirtschafts- und Arbeitsministerin das wirklich? Schon jetzt müssen Arbeitsuchende ohne Kinder eine Arbeit in einem anderen Bundesland annehmen, wenn eine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird. Schon jetzt macht das Arbeitsmarktservice (AMS) Druck bei den Menschen auf Arbeitssuche: 2019 wurde doppelt so vielen Menschen das Arbeitslosgeld gesperrt, wie noch vor zwei Jahren. Die Regierung will jetzt diesen Druck auf die arbeitsuchenden Menschen noch weiter erhöhen: Sie will den Arbeitsuchenden generell das Arbeitslosengeld streichen, wenn diese nicht wegen einer freien Stelle in ein anderes Bundesland übersiedeln wollen. Ob jemand für einen Job geeignet ist und ob ein Familienleben damit vereinbar ist, spielt offenbar keine Rolle mehr. 
Kein „Zwischenparken“ beim AMS!Dabei geht es gerade in den Gasthäusern und Hotels im Westen meistens um Jobs, die nur während der Saison, für wenige Monate angeboten werden, oft verbunden mit langen harten Arbeitstagen, Wochenendarbeit und relativ niedrigen Löhnen. Was die Menschen brauchen, sind aber Arbeitsplätze, von denen sie und ihre Familien dauerhaft gut leben können und die ein Familienleben überhaupt erlauben. Das muss auch das Ziel der Vermittlung durch das AMS sein.Während der Druck auf die arbeitsuchenden Menschen erhöht wird, schaut die Regierung nach wie vor zu, wie Unternehmen Beschäftigte arbeitslos melden, wenn wenig los ist. Wenn sie wieder Leute brauchen, stellen sie dieselben Leute wieder ein. Sie verlagern so ihr unternehmerisches Risiko aufs AMS. Dieses „Zwischenparken“ beim AMS kostet die Beschäftigten bares Geld, denn das Arbeitslosengeld ist immer niedriger als die vorher verdienten Löhne. Und am Ende zahlt die Allgemeinheit diesen Missbrauch des Sozialsystems. 
Fairer Umgang mit Arbeitsuchenden!Die Arbeiterkammer fragt regelmäßig nach, was Beschäftigte und Arbeitsuchende sich wünschen: Sie wollen eine gute soziale Absicherung, respektvolle Behandlung und wenn nötig Hilfe, um auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Sie wollen bessere Betreuung und Vermittlung durch das AMS und ein Recht auf Qualifizierung. In vielen Fällen hilft eine gute Weiterbildung, wieder eine gute Arbeit zu finden. Das ist nicht zu viel verlangt. Sorgen wir also für Gerechtigkeit: Wir brauchen keine Strafen für Arbeitslose, die es ohnehin schwer haben. Wir brauchen Strafen für Unternehmer, die das AMS als Zwischenparkplatz für Beschäftigte benutzen. 
Eine sozial gerechte Arbeitsmarktpolitik sieht so aus: Mehr Personal beim AMS, damit die Arbeitssuchenden besser unterstützt und vermittelt werden können. Etwa 500 Stellen mehr müssten geschaffen werden. Weiterbildung ist der Schlüssel für mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb fordert die AK eine gute Bildungsberatung und einen Rechtsanspruch der Menschen auf ein „Qualifizierungsgeld“ - also eine finanzielle Unterstützung bei einer Weiterbildung.Jobs für Ältere: Weil sehr viele Menschen, die älter sind als 45 Jahre, kaum noch eine Arbeit finden, braucht es fair entlohnte Arbeitsplätze im gemeinnützigen Bereich bei Gemeinden und Ländern für ältere Menschen.

Köşe Yazarları | Autoren
Köşe Yazarları | Autoren