--RENATE ANDERL

15.04.2026
Österreich war, ist und bleibt ein Einwanderungsland. Ohne Zuwanderung würden – und werden auch in Zukunft – viele Branchen nicht funktionieren, das ist allgemein unbestritten. Immerhin hat eine Million Beschäftigte einen anderen Pass als den österreichischen – das ist ein Viertel aller Beschäftigten.
Integration durch Leistung ist das Credo der österreichischen Integrationspolitik. Schön und gut. Damit zugewanderte Menschen durch Leistung ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft werden, müssen allerdings die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt hierfür passen.
Die AK hat eine Studie beim Forschungsinstitut Foresight in Auftrag gegeben, um zu überprüfen, ob die Bedingungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt dazu beitragen, dass zugewanderte Menschen integriert, beziehungsweise zu einem gleichwertigen Teil der Gesellschaft werden.
Die Ergebnisse der Studie sind besorgniserregend und zugleich beschämend für unser Land. Die Erfahrungen, die insbesondere Migrant:innen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt erleben, sind vieles – aber alles andere als fördernd für die Integration. Sie arbeiten häufiger in Berufen und Branchen mit niedrigerer integrativer Wirkung, da sie häufiger in atypischen und prekären Arbeitsverhältnissen arbeiten und weil sie in rechtlich und finanziell schlechter abgesicherten Arbeitsbereichen überrepräsentiert sind.
Bei nur knapp über der Hälfte der Kolleginnen und Kollegen mit Migrationsgeschichte entspricht ihre Qualifikation den Anforderungen im Job. Da werden also ganz bewusst Kompetenzen nicht genutzt.
Sie erbringen wichtige Leistungen für unser Land und finden Arbeitsbedingungen vor, die nur wenig integrativ sind. Die Erfahrungen, die viele zugewanderte Menschen in der Arbeitswelt erfahren, zeigen ihnen vieles, aber viel zu selten, dass sie ein gleichwertiger Teil der Gesellschaft sind.
Integrationsunwillig – das sind nicht die Menschen, die zu uns kommen, um hier zu leben, zu arbeiten, Steuern zu zahlen, ihre Kinder in die Schulen zu schicken
Integrationsunwillig – das sind Betriebe und Branchen, die den Kolleginnen und Kollegen nur prekäre Arbeitsverhältnisse bieten, sie schlechter bezahlen, sie unter ihren Qualifikationen beschäftigen oder ihnen keine Weiterbildungen ermöglichen.
Integrationsunwillig – das sind auch Politiker:innen, die nach Leistung rufen, die aber ignorieren, unter welchen Bedingungen diese in vielen Bereichen sehr wertvollen Leistungen für unser Land erbracht werden.
Integration zugewanderter Menschen ist für Österreich essenziell. Aber so wie die Arbeitswelt derzeit ist, wird Integration erschwert. Damit Integration wirklich funktioniert, müssen die Arbeitsbedingungen massiv verbessert werden. Das Gute dabei ist, wenn wir die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt für zugewanderte Menschen verbessern, nützt das allen Menschen, die in Österreich leben und arbeiten. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.















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