Sayı | Ausgabe: 216 (15.10.2019)
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--RENATE ANDERL

RENATE ANDERLn

15.10.2019

Zwölf Stunden am Tag arbeiten: Das geht nur, wenn es möglichst zeitnah auch Ruhezeiten für die Menschen gibt. Die Österreichische Gesellschaft für Arbeitsmedizin hat jetzt dringend davor gewarnt, dass Menschen durch überlange tägliche, wöchentliche und jährliche Höchstarbeitszeiten zu vermehrt an arbeitsbedingten Erkrankungen leiden werden. Psychische Erkrankungen, aber auch körperliche Erkrankungen würden zunehmen, fürchten die auf die Arbeitsmedizin spezialisierten Ärzte. Zwölf Stunden am Tag arbeiten: Das geht nur, wenn es möglichst zeitnah auch Ruhezeiten für die Menschen gibt. Die Österreichische Gesellschaft für Arbeitsmedizin hat jetzt dringend davor gewarnt, dass Menschen durch überlange tägliche, wöchentliche und jährliche Höchstarbeitszeiten zu vermehrt an arbeitsbedingten Erkrankungen leiden werden. Psychische Erkrankungen, aber auch körperliche Erkrankungen würden zunehmen, fürchten die auf die Arbeitsmedizin spezialisierten Ärzte. 
Wer öfter sehr lange gearbeitet hat, kennt das: Bei sehr langen Arbeitstagen bis zu 12 Stunden bleibt wenig Zeit für die Erholung, genügend Schlaf, die Familie oder die Freizeit. Eigentlich sollte man 7,5 bis 8 Stunden schlafen. Aber nach 12-Stunden-Tagen ist die Schlafzeit oft kürzer, so die Wissenschaftler. 
Jeden Tag sollten mindestens 2,5 Stunden für die Familie, für die Freizeit und Erholung übrigbleiben. Doch Für diese „echte“ Freizeit fehlt an überlangen Arbeitstagen einfach die Zeit. Denn es geht ja nicht nur um die Arbeit, der Weg zur Arbeit kommt hinzu. So sind die Menschen an 12-Stunden-Tagen oft 13-14 Stunden außer Haus. Dazu kommt Zeit fürs Einkaufen, fürs Essen, zum Duschen. Die Empfehlung der Ärzte ist ganz klar: Wer sehr lange Arbeit braucht mehr Erholung. Deshalb muss nach langen Arbeitstagen mehrere freie Tage folgen. Nur so vermeidet man auf Dauer schwere Belastungen für die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 
Wir wissen übrigens auch aus den Erfahrungen von Menschen, die etwa in den Spitälern schon lange 12-Stunden-Schichten haben: Auf lange Schichten muss auch eine längere Freizeit folgen. Und gut für die Beschäftigten ist es, wenn sie selbst mitreden können, wann sie viel arbeiten und wann sie Zeit für sich und die Familie brauchen.Deshalb setze ich mich, gemeinsam mit den Gewerkschaften dafür ein, dass die Beschäftigten ein Recht auf planbare Arbeitszeiten haben, bei denen sie mitreden können. 
Wenn es Betriebsrätinnen und Betriebsräte in den Firmen gibt, gibt es meist auch faire Vereinbarungen zur Arbeitszeit, die zum Unternehmen und zu den Beschäftigten passen. Doch immer wiedererleben wir jetzt auch, dass Unternehmen Betriebsrätinnen und Betriebsräten die Arbeit schwermachen. Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaften setzen sich deshalb dafür ein, die Arbeit von Betriebsrätinnen und Betriebsräten zu stärken. In Firmen, in denen es keine Betriebsrätinnen und Betriebsräte gibt muss das Gesetz die Menschen schützen. Deshalb setze ich mich ein: Für eine leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche und das Recht auf eine 4-Tage-Woche, wenn die Menschen dies wünschen.

Köşe Yazarları | Autoren
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