Dr. Claudia Laschan

09.10.2026
Seit ungefähr einem Jahr breitet sich die Drogenproblematik deutlich aus. Große Teile des südlichen Bezirksteils im 15. Bezirk sind mittlerweile betroffen. Viele Menschen erzählen von ihren Sorgen und Ängsten. Vor allem die Drogenkonsumation im öffentlichen Raum in Verbindung mit Drogendeals, Spritzen in Parkanlagen und Häusern sind nicht akzeptabel. Die jahrelangen Bemühungen zur Eindämmung dieser Situation waren nicht sehr erfolgreich. Daher haben wir uns entschlossen, unsere Forderungen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und um Unterstützung zur Eindämmung der Drogenkriminalität zu bitten. Der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Ludwig hat mehrfach geäußert, dass die Polizeipräsenz zu wenig ist. Leider liegt die Zuständigkeit für die öffentliche Ordnung und Sicherheit allein bei der Bundespolizei und beim Innenminister. Die Stadt Wien hat keinerlei Einfluss auf die Personalplanung.
Die Stadt Wien hat bereits Verantwortung übernommen und die Sozialarbeit und die Reinigung mehrmals aufgestockt. So sind im 15. Bezirk die SozialarbeiterInnen von der Suchthilfe Wien an sieben Tagen pro Woche dort im Einsatz, wo sich suchtkranke Menschen im Bezirk aufhalten. Ziel ist eine Vermittlung in das Behandlungs- und Betreuungssystem.
Außerdem führt die Stadt Wien seit dem vergangenen Sommer immer wieder Schwerpunktaktionen durch das Büro für Sofortmaßnahmen, Stadtservice, MA 42, MA 48, Waste Watcher, Sicherheitsdienst der Wiener Linien, Marktamt etc. durch. Hier gilt leider ebenfalls, dass solche Aktionen die Arbeit der Polizei bestenfalls ergänzen und unterstützen können. Das ist jedoch kein Ersatz für eine ausreichende und spürbare Polizeipräsenz.
Der Bezirksvorsteher von Rudolfsheim-Fünfhaus hat daher einen Brief an den Innenminister gerichtet, um eine nachhaltige Lösung der fehlenden PolizistInnen zu erreichen. Zwei Briefe vom 4.9. und 22.9. mit der Bitte um einen Termin blieben bisher unbeantwortet.
Wir fordern mehr Polizeikräfte, weil wir ein konsequentes Vorgehen gegen Drogenhandel und -kriminalität brauchen. Nur ausreichende und infrastrukturell gut ausgestattete Polizeikräfte können dies gewährleisten und den Schutz der Bevölkerung sicherstellen. Wir verlangen eine fixe Polizeiinspektion bei der U-Bahnstation Gumpendorfer Straße.
Wir fordern legale Konsumräume für suchtkranke Menschen, damit sie Hilfe bekommen und Konsum nicht mehr im öffentlichen Raum stattfindet. Damit würden auch die Spritzenfunde stark zurückgehen. Ein Konsumraum ist auch eine geeignete Maßnahme, um die Verlagerung der offenen Drogenszene in angrenzende Grätzl zu verhindern. Profitieren würden alle durch Steigerung der Lebensqualität, weniger illegaler Drogenhandel, Steigerung des Sicherheitsgefühls und Rückzugsmöglichkeit in Konsumräume.
Klar ist, dass es eine Gesetzesänderung braucht, um Konsumräume zu etablieren. Man könnte zunächst ein Pilotprojekt einrichten. Wir haben schon so viel für den 15. Bezirk erreicht, indem wir z.B. die Straßenprostitution abgeschafft haben, oder auch das Kaiserin-Elisabeth-Spitalsareal für ein Pflegeheim, ein Primärversorgungzentrum, Kindergarten, sozialen Wohnbau und weitere Soziale Einrichtungen genutzt haben. Man muss es nur tun, dann geht viel weiter.
















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