Sayı | Ausgabe: 232 (17.02.2021)
Gelecek sayı | Nächste Ausgabe: 17.03.2021

Dr. Claudia Laschan

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17.02.2021

80 Prozent der Steuerlast in Österreich wird von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erbracht! Es besteht auch die Gefahr, dass die Kosten für die COVID19-Krise auf die Arbeitnehmer und Kleinunternehmen abgewälzt werden. Man konnte schon sehen, dass große Unternehmen mit riesigen Geldbeträgen unterstützt wurden und bei den Kleinen kommt sehr wenig an. Schiliftbetreiber und Hoteliers machen Druck auf die Regierung und verhindern ein vernünftiges, verantwortungsvolles Vorgehen im Sinne der Gesundheit der Menschen. Die vielen Arbeitslosen müssen mit 55 Prozent ihres Verdienstes auskommen und die Regierung verweigert eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Fluggesellschaften bekommen Millionengeschenke. 80 Prozent der Steuerlast in Österreich wird von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erbracht! Es besteht auch die Gefahr, dass die Kosten für die COVID19-Krise auf die Arbeitnehmer und Kleinunternehmen abgewälzt werden. Man konnte schon sehen, dass große Unternehmen mit riesigen Geldbeträgen unterstützt wurden und bei den Kleinen kommt sehr wenig an. Schiliftbetreiber und Hoteliers machen Druck auf die Regierung und verhindern ein vernünftiges, verantwortungsvolles Vorgehen im Sinne der Gesundheit der Menschen. Die vielen Arbeitslosen müssen mit 55 Prozent ihres Verdienstes auskommen und die Regierung verweigert eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Fluggesellschaften bekommen Millionengeschenke. 
Die Pandemie hat aber auch Krisengewinner hervorgebracht. So wie die Waffenindustrien im 2. Weltkrieg die Kriegsgewinner waren, so sind die großen Internethändler wie Amazon die Krisengewinner der Pandemie. Diese Konzerne werden immer reicher, weil natürlich in Zeiten der Lockdowns weltweit noch mehr Menschen Waren im Internet bestellen. Die werden aber auch deswegen immer reicher, weil sie durch geschickte „Steuertricks“ viel zu wenig Steuern zahlen und gleichzeitig bei den Gehältern der Zusteller sparen. Auf  75 Prozent seiner in der EU erzielten Gewinne zahlt Amazon keine Steuern. Im ersten Halbjahr 2020 ist der Konzern weltweit um 40 Prozent gewachsen, trotzdem überschreitet er regelmäßig die Grenzen. Es wird sogar bei der Verpackung getrickst: Jedes Unternehmen in Österreich muss für die Verpackung, die es auf den Markt bringt, eine Abgabe zahlen, Amazon entzieht sich dieser Steuer als internationales Unternehmen  trotz Millionen Verpackungen.
Am schlimmsten ist aber die Ausbeutung der Paketzusteller. Die Gewerkschaft konnte fragwürdige Praktiken im Verteilzentrum Großebersdorf in Niederösterreich aufdecken. Die Vorwürfe reichen von Überwachung der Belegschaft über Disziplinierungsmaßnahmen bis zu absurden Vorschriften.  Die Zusteller müssen bis zu 300 Pakete täglich ausliefern. Sie dürfen keine Pakete wieder zurückbringen, wenn sie niemanden erreichen.  Dann wird verlangt, dass sie nochmals zu der Adresse  fahren oder einen Nachbarn finden, der das Paket übernimmt. Ein 12-Stunden-Tag ist die Regel, manchmal dauert es noch länger, bezahlt wird weniger. 
Ein Amazonmitarbeiter sagt: „Am schlimmsten ist, dass man am Anfang der Woche nicht weiß, ob man am Ende der Woche noch einen Job hat.“ Nur 16 Mitarbeiter des Verteilzentrums sind wirklich bei Amazon angestellt. Die anderen 150 sind Leiharbeiter oder Scheinunternehmer, die ein Handy und ein Auto haben müssen. Damit erspart sich Amazon die Krankenkassen- und Pensionsbeiträge, auch die Autoversicherung und –reparaturen sind Sache des Mitarbeiters. Umgerechnet bleibt dann nur mehr ein Stundenlohn von 5 Euro.
Wenn man krank wird, verliert man einfach den Job. Jobverlust droht auch, wenn man sich gewerkschaftlich organisieren will. 
Amazon ist nicht nur ein schlechter Arbeitgeber sondern auch ein Umweltsünder. Wenn das bestellte Produkt den Kunden nicht gefällt, nicht passt oder aus anderen Gründen nicht mehr gewollt wird, dann schickt man es einfach zurück. Die langen Menschenschlangen vor den Postämtern bestehen vor allem aus Paketrücksendungen an verschiedene Internetgroßhändler. Da die Ware schon ausgepackt und angeschaut oder probiert wurde, wird sie meist trotz Neuwertigkeit und Funktionstüchtigkeit einfach als Müll entsorgt. Ein Wiederverpacken wäre zu zeitaufwändig und damit zu teuer. Gleichzeitig wird aufgrund der immer stärker werdenden Klimaschutzbewegung Werbung gesendet, die behauptet, dass die Paketzustellung mit Elektroautos erfolgt. Ich habe noch nie ein Elektrofahrzeug als Paketbotendienst gesehen. In Wirklichkeit ist das ganze Geschäftsmodell der internationalen Internethändler extrem klimaschädlich und vergeudet wertvolle Ressourcen zum Zweck der Gewinnmaximierung. Dieses Geschäftsmodell ist somit nicht mehr zeitgemäß, die Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Natur muss ein Ende haben. Der Zustand unseres Planeten erfordert ein Umdenken auf allen Ebenen, die grenzenlose Gier hat keine Zukunft.

Köşe Yazarları | Autoren
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