Sayı | Ausgabe: 240 (13.10.2021)
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11.08.2021

Schon vor vielen Jahren wurde beschlossen, dass Alter, mit dem Frauen in Pension gehen können an das der Männer anzugleichen. Das wird ab 2024 schrittweise bis 2033 passieren. Damals wurde gesagt, bis 2024 ist noch so viel Zeit, dann werden alle Frauen gleich viel verdienen wie Männer, sie werden in allen Bereichen von Arbeit und Leben gleichberechtigt sein, daher ist es auch in Ordnung, wenn sie gleich lange arbeiten, wie die Männer.Schon vor vielen Jahren wurde beschlossen, dass Alter, mit dem Frauen in Pension gehen können an das der Männer anzugleichen. Das wird ab 2024 schrittweise bis 2033 passieren. Damals wurde gesagt, bis 2024 ist noch so viel Zeit, dann werden alle Frauen gleich viel verdienen wie Männer, sie werden in allen Bereichen von Arbeit und Leben gleichberechtigt sein, daher ist es auch in Ordnung, wenn sie gleich lange arbeiten, wie die Männer.
Von gleichen Chancen, gleichen Einkommen für Frauen sind wir aber immer noch weit entfernt. Und auf das Steigen des gesetzlichen Pensionsantrittsalters haben sich weder die Betriebe gut vorbereitet, noch hat die Politik die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen. Das wäre aber ganz wichtig, denn eine Studie im Auftrag der Arbeiterkammer zeigt ein erschütterndes Bild:  Im Schnitt schafft nur jede zweite Frau den Pensionsantritt aus dem Erwerbsleben. In manchen Branchen sind es sogar noch weniger, zum Beispiel im Tourismus und in der Reinigung: Hier arbeiten nur knapp ein Viertel aller beschäftigten Frauen bis zum gesetzlichen Pensionsalter. Die Folgen für die Frauen sind verheerend: Gerade Tourismus und Reinigung sind keine Hochlohnbranchen – monate- oft auch jahrelange Arbeitslosigkeit vor der Pension schmälern die Einkommen schon vor der Pension. 
Wir haben uns auch genau angesehen, warum Frauen es nicht schaffen bis zum Pensionsantrittsalter zu arbeiten. Es sind ganz eindeutig die Arbeitsbedingungen, die ihre Gesundheit so beeinträchtigen, dass es ihnen einfach nicht möglich ist, ob körperlich oder psychisch. Das heißt für uns: Gute, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen sind der Schlüssel, damit man auch gesund in die Pension gehen kann – und zwar aus dem Beruf heraus, nicht aus der Arbeitslosigkeit. 
Die Betriebe müssen endlich darauf Rücksicht nehmen, dass es nicht egal ist, ob die MitarbeiterInnen 16 Jahre alt sind oder 56. Firmen müssen sich darauf einstellen, dass junge MitarbeiterInnen andere Rahmenbedingungen brauchen als ältere. Das ist möglich, zum Beispiel mit altersadäquaten Arbeitszeitmodelle, betrieblichen Gesundheitsangebote und veränderter Arbeitsorganisation. Die Beschäftigten müssen sich ja auch ständig anpassen, zum Beispiel an neue Technologien oder an Schwankungen in der Auftragslage. 
Die Politik ist genauso gefordert: Sie muss jetzt sofort gegensteuern und alle darauf vorbereiten, dass ab 2024 das Pensionsantrittsalter von Frauen steigt, zum Beispiel mit Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit, mit Verbesserungen zum Zugang zur Altresteilzeit oder Arbeitszeitverkürzung.
Wir brauchen in diesem Land endlich engagierte Frauenpolitik, die den Frauen ein selbstbestimmtes, finanziell unabhängiges Leben – und zwar bis in die Pension – ermöglicht.

Köşe Yazarları | Autoren
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