Sayı | Ausgabe: 217 (12.11.2019)
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DI Walter Ruck

ruck

12.11.2019

Die nächsten Schritte der Steuerreform müssen umgesetzt werden, dazu benötigen die Unternehmen auch bei der Bürokratie dringend eine Trend-Umkehr.Die nächsten Schritte der Steuerreform müssen umgesetzt werden, dazu benötigen die Unternehmen auch bei der Bürokratie dringend eine Trend-Umkehr.Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU, internationale Handelsstreitigkeiten und eine abgeflaute Weltkonjunktur gehen auch an der österreichischen Wirtschaft nicht spurlos vorüber. Zwar läuft unsere Wirtschaft immer noch relativ rund. Doch auch bei uns ist Vorsicht geboten. Denn wenn wir das leichte Kratzen im Hals nicht ernst nehmen, kann daraus eine schwere Verkühlung werden. Unser wichtigster Handelspartner, Deutschland, ist bereits mehr als nur verschnupft. Und auch in vielen anderen Ländern zeigen die Indikatoren immer mehr nach unten, das allgemeine Wohlbefinden nimmt ab.Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um gegenzusteuern, damit die österreichische Wirtschaft in keine Abwärtsspirale gezogen wird. Das Wichtigste ist nun Entlastung - und zwar in mehrfacher Hinsicht. Einerseits steuerlich durch die Umsetzung der nächsten Etappen der Steuerreform. Zwar wurden die ersten Schritte bereits beschlossen und werden mit Jahresbeginn in Kraft treten, doch die nächsten Beschlüsse stehen noch an. Mit ihnen müssen insbesondere die Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer (KöSt) und die Lohnnebenkosten gesenkt werden. Mit diesen Schritten werden Arbeitgeber genauso wie Arbeitnehmer finanziell gestärkt. Andererseits braucht es auch Entlastung bei der Bürokratie, der Unternehmen ausgesetzt sind. Es ist nicht notwendig, dass eine Flut an Vorschriften jedes einzelne Detail der unternehmerischen Arbeit regelt. Den Wirtschaftstreibenden kostet das extrem viel Zeit, Geld und Nerven – und es bremst auch die Innovationsfreude und den Mut der Unternehmer. Ich bin davon überzeugt, dass viele Regeln durch den gesunden Menschenverstand und Grundsatzziele ersetzbar sind. Nicht zuletzt müssen die Anstrengungen im Kampf gegen den Fachkräftemangel ausgeweitet werden. Ein Schlüsselthema dabei ist die Lehre. Gegenüber früheren Zeiten gibt es allerdings viel weniger Jugendliche, die eine Lehre machen wollen, und auch den Lehrbetrieben wird es nicht immer leicht gemacht. Wir haben daher neun konkrete Vorschläge entwickelt, wie die Lehre attraktiver gestaltet werden kann.Konkret geht es um mehr Mittel für Lehrlings- und Fachkräftemobilität, um die weitere Modernisierung der Lehrberufe, um Stipendien für erwachsene Lehrlinge und die Überführung der Berufsschule ins 21. Jahrhundert. Es braucht aber auch ein neues Denken bei der Förderung der Ausbildungsbetriebe, eine Refundierung der Kommunalsteuer und die Möglichkeit, Lehrverhältnisse bei Bedarf leichter auflösen zu können. Nicht zuletzt muss auch bei der schulischen Grundbildung nachgeschärft werden - etwa durch Wirtschaft als Pflichtfach ab der fünften Schulstufe und einer Bildungspflicht, die die Schulpflicht ablöst.

Köşe Yazarları | Autoren
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