10.06.2026

Bildung ist ein enorm breites Feld und spielt in ganz viele Lebens- und Arbeitsbereiche hinein. Von der frühen Kindheit über das ganze Berufsleben. Bildung – das ist nicht nur Lernen, das ist nicht nur Ansammlung von Wissen, Fähigkeiten, und Fertigkeiten. Bildung, eine gute Schulbildung, Ausbildung, laufende Weiterbildung – das ist wesentlich für beruflichen Aufstieg, für sichere Arbeitsplätze und gute Einkommen. 

Bildung ist aber auch ein wichtiger gesamtgesellschaftlicher Wert und die Grundvoraussetzung für eine lebendige, widerstandsfähige Demokratie. Denn bei Bildung geht es auch darum, kritisches Denken zu fördern, dass Menschen lernen – und zwar schon junge Menschen – Dinge zu hinterfragen, zu diskutieren und die eigenen Handlungsspielräume kennenzulernen.

Bildung ist auch eine Frage von Macht oder Ohnmacht, denn wie heißt es so schön: Wissen ist Macht! Das heißt umgekehrt: Wer nichts weiß, muss alles glauben. Es gab Zeiten und Gesellschaften, da hat man Menschen das Lesen verboten – um sie bewusst dumm und unkritisch zu halten und ohne Widerstand über sie bestimmen zu können. Und Überraschung - hier gibt es einen interessanten frauenpolitischen Aspekt: Frauen, die lesen, haben jahrhundertelang als gefährlich gegolten – denn das Lesen hat ihren Blick auf die Welt gerichtet, und nicht nur auf Kinder, Küche, Haushalt beschränkt. Und mit dem Wissen, was da draußen passiert, wollten sie genau dort auch teilnehmen, mitreden, mitgestalten. Oder, wie es die Autorin Marie von Ebner-Eschenbach ausgedrückt hat: „Als eine Frau lesen lernte, trat die Frauenfrage in die Welt.“ 

Der Bildungssektor ist insgesamt vom Strukturwandel stark beeinflusst: Demografischer Wandel, soziale Ungleichheiten, Klimakrise, Fachkräftebedarf, Digitalisierung – all diese Dinge verlangen Anpassungen. Das betrifft die Elementarbildung, Schulen und Hochschulen, die berufliche Aus- und Weiterbildung und die Erwachsenbildung. In all diesen Bereichen geht es um sehr viele Beschäftigte. Frauen sind von diesen Entwicklungen und Veränderungen im Bildungsbereich besonders betroffen. Zum Beispiel im Bereich der Elementarbildung, da dort hauptsächlich Frauen beschäftigt sind. Aber auch die Verantwortung für die Kinderbetreuung liegt vorrangig bei den Frauen und wird immer noch  wenig gleichberechtigt aufgeteilt.

Beste Bildung – ob im Kindergarten, an der Uni, im Lehrbetrieb oder in einer Volkshochschule – gibt es nur mit gut qualifiziertem Personal, das gute Arbeitsbedingungen und faire Einkommen hat. Bessere Arbeitsbedingungen schaffen bessere Lernbedingungen – so einfach ist das!

Wenn wir von Verbesserungen im Bildungsbereich sprechen, dann geht es dabei natürlich auch um Geld, um ausreichende Finanzierung der Einrichtungen und um gute Bezahlung der Beschäftigten. Das sind keine Kosten, das sind Investitionen in eine gute Zukunft des Landes und der Menschen. An der Bildung darf nicht gespart werden!

 

Ausgabe: 296 / 10.06.2026
Köşe Yazarları | Autoren
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