© Stadt Wien / Christian Jobst
11.09.2026
Die Wiener Kläranlage baut ihre Rolle als nachhaltiges Energiezentrum weiter aus: Über einem Klärbecken wird ein innovatives Solarfaltdach errichtet, das sauberen Sonnenstrom erzeugt – ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln.
„Wien hat sich als erstes Bundesland mit einem eigenen Klimagesetz dazu verpflichtet, bis 2040 klimaneutral zu werden. Dazu bauen wir unsere Energieversorgung in großen Schritten um – weg von fossilen Brennstoffen hin zu umweltfreundlicher Energie wie Sonnen- und Windkraft. Das reduziert die Erwärmung in der Stadt und sorgt für stabile Energiepreise für die Wienerinnen und Wiener und die Wiener Wirtschaft.“, so Bürgermeister Michael Ludwig.
„Großflächige Investitionen machen Wien schon jetzt zur drittgrößten Windstrom-Produzentin und zur größten Sonnenstrom-Produzentin Österreichs. Gleichzeitig setzt Wien auch auf kreative und innovative Lösungen. Das faltbare Sonnenstrom-Dach über den Becken der Wiener Kläranlage zeigt diesen Innovationsgeist eindeutig. Wiens Kläranlage sorgt nicht nur für eine saubere Donau, sie erzeugt bereits heute mehr Energie, als für die Abwasserreinigung benötigt wird.“, so der Bürgermeister.
Der Grad der Eigenversorgung der drittgrößten Kläranlage in der Europäischen Union betrug im Jahr 2025 bei Strom 110 Strom, bei Wärme 173 Prozent. Mit der effizienten Nutzung der im Klärschlamm enthaltenen Energie ist die Wiener Kläranlage eine Vorreiterin. Die Schlammbehandlungsanlage ist ein Vorzeigebeispiel für ein Smart-City-Projekt, das durch den intelligenten Einsatz moderner Technologien langfristig massiv Kosten spart und wesentlich zum Klimaschutz beiträgt.
„Mit dem neuen Solarfaltdach gehen wir den nächsten Schritt. Wir nutzen bestehende Flächen doppelt – für Gewässerschutz und Klimaschutz zugleich.“, so Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.
Ein Solarfaltdach ist eine bewegliche Sonnenstromanlage: Die Module sind an einer Seilkonstruktion befestigt und können – ähnlich wie ein Vorhang – auf- und zugefahren werden. Dadurch bleibt das darunterliegende Klärbecken jederzeit zugänglich.
„Oberstes Gebot ist für uns, dass die Abwasserreinigung in keiner Weise beeinträchtigt wird.“, erläutert Czernohorszky: „Das Becken muss jederzeit rasch für Wartungsarbeiten erreichbar sein. Eine fix installierte Sonnenstrom-Anlage wäre daher keine Option. Das Solarfaltdach hingegen lässt sich innerhalb von 30 Sekunden ein- oder ausfahren – das macht diese Lösung so attraktiv.“
Das erste Solarfaltdach auf der Wiener Kläranlage entsteht bis Juni 2027 über dem Becken „Vorklärung West 2“, das Teil der mechanischen Reinigungsstufe ist. Es weist eine Fläche von 1.750 m2 auf und wird rund 260 MWh Solarstrom pro Jahr liefern. Eine integrierte Wettersteuerung sorgt dafür, dass die Anlage bei starkem Wind, heftigem Schneefall oder Hagel automatisch eingefahren wird. Diese Betriebsweise wurde bei der Ertragsberechnung bereits berücksichtigt.
















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