13.05.2026

Bildung ist die Grundlage für ein gutes Leben. Sie verhindert Armut und eröffnet viele Möglichkeiten für interessante Berufe. Daher ist es besonders wichtig, dass die Kinder möglichst früh in eine Bildungseinrichtung kommen. Der Kindergarten ist ein wunderbarer Ort für frühe Bildung. Frankreich und die skandinavischen Länder sind ein gutes Vorbild. In Frankreich sind die Schulen Ganztagsschulen. Der Unterricht beginnt zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr und endet um 16.30 oder 17.30 Uhr. Auch in den skandinavischen Ländern, die das beste Schulsystem haben, beginnt die Bildungspflicht mit drei Jahren im Kindergarten. Die Schulzeit zeichnet sich durch eine gemeinsame Grundschule aus, die im Alter von 6 bis 7 Jahren beginnt und 9 bis 10 Jahre dauert. Das heißt, dass alle SchülerInnen gemeinsam unterrichtet werden. In Österreich ist das anders. Nach 4 Jahren Volksschule gibt es eine bereits eine Leistungstrennung, nach dem Motto: „Du bist zu schlecht in der Volksschule gewesen, daher musst du in eine schlechtere Schule.“ Damit haben diese Schüler schlechtere Chancen für ihr zukünftiges Berufsleben. In Finnland müssen sich die jungen Menschen erst mit 16 Jahren entscheiden, ob sie eine allgemeine Schule oder eine Berufsschule bevorzugen.

Wenn ich über meine eigene Schulzeit in den 70er und 80er Jahren nachdenke, sehe ich wenig Unterschiede zu heute. Meistens Frontalunterricht, die Lehrerin steht vorne und erzählt irgendetwas. Nach kurzer Zeit können sich die Kinder nicht mehr konzentrieren. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich meine Mathematiklehrerin gefragt habe, wozu man komplizierte Mathematikaufgaben braucht und wo man sie anwenden kann. Die Lehrerin konnte mir keine Antwort geben. Durch die rasanten Entwicklungen der heutigen Zeit braucht man vieles nicht mehr. Wenn man eine Frage zu einer Stadt auf irgendeinem Kontinent hat, braucht man nur das Mobiltelefon fragen. Da ist es nicht nötig, die Hauptstädte der Welt auswendig zu lernen. Ich bin der Meinung, dass Schule völlig anders gelebt werden muss. In Skandinavien hat man vieles richtig gemacht.

Alle Schülerinnen und Schüler lernen unabhängig von ihrer Leistung bis zur 9. Klasse zusammen, dadurch haben die Kinder mehr Chancen im Leben. In Österreich gibt es bezüglich des Schulsystems eine tief verwurzelte Klassengesellschaft. Viel zu früh wird aussortiert, wer nicht gleich mitkommt mit dem Lernen. Und dann wundert man sich, dass viele junge Menschen keinen Arbeitsplatz finden. Eine Gesellschaft kann nur dann gut leben, wenn möglichst alle Menschen eine gute Ausbildung haben. Die Berufstätigkeit ermöglicht es auch vielen Menschen, Freunde zu finden, sich weiter zu bilden und Neues zu lernen. 

In Finnland gibt es frühe Förderung, die Lehrer sind hochqualifiziert und genießen hohes Vertrauen in der Bevölkerung bei der Gestaltung des Unterrichts. Das Lernen, die Freude und das Wohlbefinden stehen im Vordergrund. Die individuelle Förderung ist intensiv, jedes Kind ist anders.

Die Bildung ist vom Vorschulalter bis zum Gymnasium inklusive Lernmaterialien und Mittagessen kostenlos.

Das klingt alles sehr entspannt, und man könnte glauben, dass zu wenig gelernt wird. Ganz im Gegenteil, Finnland und viele andere sind ganz vorne bei der Bildung, zum Wohl der ganzen Gesellschaft.

 

Ausgabe: 297 / 08.07.2026
Köşe Yazarları | Autoren
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