Sayı | Ausgabe: 214 (14.08.2019)
Gelecek sayı | Nächste Ausgabe: 17.09.2019

Die Regierung will ein Gesetz einführen, das den 12-Stunden-Tag von der Ausnahme zum Normalfall macht. Sie schlägt ein Gesetz vor, das die tägliche Höchstarbeitszeit von 10 auf 12 Stunden anhebt, und das für fünf Tage in der Woche. Damit wird auch die wöchentliche Höchstarbeitszeit von bisher 50 auf 60 Stunden angehoben.Die Regierung will ein Gesetz einführen, das den 12-Stunden-Tag von der Ausnahme zum Normalfall macht. Sie schlägt ein Gesetz vor, das die tägliche Höchstarbeitszeit von 10 auf 12 Stunden anhebt, und das für fünf Tage in der Woche. Damit wird auch die wöchentliche Höchstarbeitszeit von bisher 50 auf 60 Stunden angehoben.Das werden alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu spüren bekommen: Ganz besonders hart wird das Familien mit kleineren Kindern treffen. Die müssen ja betreut werden, wenn die Eltern arbeiten. Ich fürchte, dass es dann für Mütter noch schwerer wird, eine Vollzeitarbeit zu finden und anzunehmen. Wer 12 Stunden arbeiten muss, sieht seine Kinder oft nur mehr, wenn sie schlafen. Und jeder Arzt kann Ihnen leicht erklären, dass überlange Arbeitstage auf Dauer krankmachen, weil die Belastung einfach zu viel wird.  Laut Regierung soll der 12-Stunden-Tag „freiwillig“ sein. Das ist aber im Gesetz nicht zu erkennen: Denn die Arbeitnehmer können diese Überstunden nur bei "überwiegendem persönlichen Interesse" ablehnen. Sie müssen beweisen, dass ihre Interessen, zum Beispiel die Kinderbetreuung, die Pflege von Familienmitgliedern oder eine Verpflichtung im Verein, schwerer wiegen als die betrieblichen. Wer das tut, riskiert im Notfall die fristlose Entlassung wegen Arbeitsverweigerung. Das hat mit „Freiwilligkeit“ nichts zu tun! Wer etwas freiwillig tut, sagt einfach ja oder nein und das „nein“ muss man nicht noch aufwändig begründen.  Schon jetzt haben fast alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihrem Arbeitsvertrag eine Klausel, dass sie zur Leistung von Mehr- und Überstunden verpflichtet sind. Das heißt: Wenn jetzt auch noch per Gesetz die Höchstarbeitszeit erhöht wird, sind die Menschen auch durch den Arbeitsvertrag verpflichtet, generell Überstunden bis zu einem 12-Stunden-Arbeitstag zu leisten, wenn sie angeordnet werden.Es geht auch ums Geld: Mehr als eine Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten in Gleitzeit. Sie bekommen für einen 12-Stunden-Tag keine Überstundenzuschläge mehr. Aber auch für jene, die schon jetzt auf Basis einer Betriebsverarbeitung 12 Stunden arbeiten und dafür einen Überstundenzuschlag von 100 Prozent erhalten, wird es schlechter werden. Denn laut Gesetz ist dann nur mehr ein Zuschlag von 50 Prozent für diese Überstunden nötig.Die Regierung spricht von Modernisierung der Arbeitswelt und greift auf ein Arbeitszeitmodell aus dem vorigen Jahrhundert zurück. Das werden Arbeiterkammer und Gewerkschaften so nicht akzeptieren. Ich werde mich mit aller Kraft gegen diese einseitigen Arbeitszeitverschärfungen auf dem Rücken der Beschäftigten einsetzen.

Köşe Yazarları | Autoren
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